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EINE FAHRRADREISE IM NORDOSTEN DER UKRAINE - CHERNIHIVSCHINA ENTDECKUNGSTOUR

  • Posted on: 18 October 2016
  • By: Polina


Am liebsten würden wir schon die nächste Reise in der Ukraine planen. Wir haben uns vorgenommen auf jeden Fall ein Teil des Urlaubs auch nächsten Sommer in ukrainischen Gefilden zu verbringen. Mal sehen, was wir uns für ein Reiseziel und welche Herausforderungen vornehmen. Wir hoffen natürlich sehr, dass unser Blog auch Andere anspricht, einen Urlaub in der Ukraine zu machen.  Hier ist nun der zweite Teil unserer erlebnisreichen Radtour.

Die Fotos aus dem ersten Teil sind hier zu sehen:
http://www.kievpuzzles.com/eine-radtour-im-nordosten-der-ukraine-eine-reise-durch-die-jahrhunderte
Und wie wir auf die Idee gekommen sind in die Tschernigov Gubernija zu reisen, könnt ihr hier nachlesen: http://www.kievpuzzles.com/eine-radtour-der-ukrainischen-provinz-reise-die-chernigov-gubernija

Tag 4

  1. Ein entspanntes Frühstück in Nowhorod-Siwerskyj oder NS, wie Einheimische die Stadt nennen. Danach geht es auf Erkundungstour durch die nördlichste Stadt der Ukraine.

  2. Beim Spaziergang haben wir ständig das Gefühl, das in NS die Zeit einfach stehen geblieben ist. Für uns ist hier alles nett und witzig, für Einheimische weniger.

  3. Lenin lebt! Jedenfalls steht er immer noch ganz brav am Platz nahe Stadtpark. Auch andere sowjetische Überbleibsel sind immer wieder zu sehen: Mosaikportraits von Lenin und Stalin auf dem Wasserturm und sowjetische Wappen an einer Hausfassade.


  4. Diese kleine Stadt ist faszinierend. Die Mischung macht’s! Hier ist ein Triumphbogen, hingestellt anlässlich der Durchreise von Katharina die Große. Hier waren die Dekorationen noch echt, erst später sieht sie die Potemkinschen Dörfer.

  5. Ein fantastischer Blick von Mauern des Erlöser-Verklärungs-Kloster über Desna in die Richtung Wilder Osten.


  6. Desna, ein Fluß, der verzaubert.

  7. Am Abend ein gemütliches Beisammensitzen am Feuer auf dem anderen Ufer von Desna.


Tag 5

  1. Von NS wollen wir ins 175 km entfernte Tschernihiw. Dank einer “Beziehung” ist es uns möglich diese Strecke mit einer Marschrutka zurückzulegen. Der Fahrer wurde informiert, dass zwei Radfahrerinnen bei ihm mitfahren wollen. Er hat sein Bus extra am Abend zuvor hinten von herumliegenden Zeug befreit und wir durften mit den Fahrrädern mitfahren. Um 06:00 geht es los. Ein Teil der Strecke ist so schön bewachsen, dass es scheint, wir fahren durch einen grünen Tunnel.

  2. Kaum angekommen am Bahnhof in Tschernihiw, die Räder wieder dran montiert und gleich weiter, die Liste der Sehenswürdigkeiten in Tschernihiw ist groß. Zunächst verschaffen wir uns einen Überblick über die Stadt vom Glockenturm im Dreifaltigkeitskloster.



  3. Die Sonnenblumen in einem privaten Vorgarten sind deutlich größer als wir. Im Hintergrund ist die Eliaskirche.

  4. So sah mal Tschernihiw aus. Auf dem Territorium von Detinez (vom Erdwall) befinden sich die bedeutendsten Kirchen und Baudenkmäler. Hier ist der Einfluss der Kiew Rus Zeit noch deutlich zu spüren. Damals war die Stadt nicht weniger wichtig als Kiew.



  5. Dort haben wir auch ein Touri-Pärchen getroffen. Die zwei, sie aus Österreich, er aus Litauen, reisen per Anhalter durch die Ukraine und wollen weiter nach Russland. Einen konkreten Plan haben sie nicht, sie schlafen dort wo es gerade passt und schauen gerade das was sich ergibt.

  6. Ein Abendessen im Restaurant “Hrjak” (auf Deutsch Eber). Wenn man Fleisch und Bier liebt, gehört dieses Restaurant aus unser Sicht absolut zum Pflichtprogramm. Schweineglück pur.



  7. Eine Floßfahrt auf Desna. Machen wir wohl beim nächsten Mal.

Tag 6

  1. Heute schauen wir uns die letzte gebaute Stadt der Sowjetunion an. Slavutich hat eine traurige, aber zugleich erfolgreiche Geschichte. Die Stadt wurde 1986 nach der Tschernobyl Katastrophe als Ersatzstadt für Prypjat gegründet. Eine moderne Architektur, gelungenes städtebauliches Konzept, eine Beteiligung der Architekten und Bauarbeiter aus 8 Sowjetrepubliken machen Slawutych zu einer Stadt mit besonderer Atmosphäre. Viele Details sind hier zu entdecken: z.B. in einem Innenhof der Jerewaner Quartals findet man eine  Grillinsel, oder wie im Petersburger Quartal sieht man eine Werbetafel fast wie in Salzburg. Auf dem Hauptplatz steht eine Skulptur zum Andenken an die Opfer der Katastrophe.



  2. Wir sind mit einem Nahverkehrszug von Tschernihiw nach Slavutich hin und zurück gefahren. Die Fahrt (ca.50 km) dauert circa eine Stunde. Bei der Rückfahrt war der Zug gefüllt mit Anglern und deren Fahrräder. Manche bieten frisch gefangene Fische gleich im Zug zum Kauf an.

  3. Gegen Abend fährt unser Zug nach Kiew.  Die letzten Stunden unsere Reise verbringen wir in einem netten Restaurant im Zentrum Tchernigows “Veljurov”. Im Zug lernen wir eine Familie aus Belarus kennen. Früher sind sie jedes Jahr nach Krim gefahren, dieses Jahr fahren sie ans Meer nahe Odessa.

Ursprünglich hatten wir vor von Tschernihiw nach Kiew mit einem Zwischenstopp in Otrohy zu radeln. Otrohy ist ein Dorf in einem Desna Landschaftspark (www.dniprodesna.org.ua), dort kann man auch in kleinen Ferienhäusern übernachten und an einer erlebnisreichen Führung teilnehmen. Leider hatten wir beide bei unserer Tour eine Erkältung geholt und mussten auf die letzte geplante Station verzichten. Macht aber nichts, wir werden dieses Versäumnis nächstes Jahr auf jeden Fall nachholen.

Fotos: Kievpuzzles

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